Mal eben rüber nach Braunlage

Ein Tag mit dem Mountainbike im Harz

 

Frühstück in Sankt Andreasberg, Trails und weite Harzblicke unterwegs, ein Eis in Braunlage und zum Abschluss noch ein paar Runden im Bikepark: Aus „Wir fahren mal eben nach Braunlage rüber“ wird mit dem Mountainbike ziemlich schnell ein ganzer Tag. Und genau so darf es sein. Mit dabei ist auch Nadine. Sie gehört zur Freundesgruppe und hat uns erzählt, wie sie die Tour erlebt hat, was unterwegs besonders hängen geblieben ist und warum sich der Ausflug für sie definitiv gelohnt hat.

 

Erst mal ankommen: Camper abstellen, Bierchen auf, Wochenende im Harz kann starten

 

Ein Tag mit Freunden, Mountainbikes und bestem Harz-Wetter, viel mehr braucht es eigentlich nicht. Katja, Daniel, Nils und Nadine rollen am Vorabend mit dem Camper in Sankt Andreasberg an. Die Mountainbikes sind dabei, die Wetter-App verspricht Sonne und für heute steht nur noch eins auf dem Plan: ankommen. Also Campingwagen abstellen, Stühle raus, Bierchen auf und ganz entspannt die Tour für morgen besprechen. Wie lang soll die Runde werden? Wie viele Höhenmeter dürfen es sein? Und wie viel Energie wollen alle noch für den Bikepark übrig lassen?

Die Antwort gibt’s spätestens am nächsten Tag. Spoiler: Natürlich wird die Tour länger als geplant.

(Von rechts nach links) Katja, Daniel, Nils und Nadine sind da: die Bikes im Gepäck, die Vorfreude sowieso. Jetzt heißt es erst einmal ankommen, bevor morgen der eigentliche MTB-Tag startet.

➤➤➤ INFO: Wer mit dem Wohnmobil anreist, kann direkt in Sankt Andreasberg am Wohnmobilstellplatz an der Grube Samson übernachten. Der Stellplatz liegt unterhalb des Hilfe-Gottes-Teichs direkt an der historischen Grube Samson und bietet 20 Stellplätze sowie Strom und Wasser.

Auch in Braunlage gibt es einen Wohnmobilstellplatz. Wer lieber einen klassischen Campingplatz mit mehr Campingplatz-Infrastruktur möchte, findet beispielsweise in Braunlage „Camping Braunlage“ oder in Hohegeiß „Campingplatz am Bärenbache“.

Frühstück vor Tagestour nach Braunlage: Start im Spritzenhaus in Sankt Andreasberg

Am nächsten Morgen steht schließlich erst einmal die wichtigste Vorbereitung an: Frühstück. Im Spritzenhaus in Sankt Andreasberg gibt es Brötchen, Kaffee und regionale Produkte und damit ziemlich genau das, was man braucht, bevor der Tag auf zwei Rädern beginnt. Noch ein Schluck Kaffee, Flaschen auffüllen, letzter Check: Helm? Handschuhe? Werkzeug? Snacks? Luft im Reifen? Passt.

Dann kann es losgehen.

 

Raus aus Sankt Andreasberg, rein ins Wendeltreppental

 

Kaum liegt Sankt Andreasberg hinter der Gruppe, wird es ruhig. Statt Großstadtlärm gibt es Wasserrauschen, Wald und dieses typische Harz-Gefühl, das sich auf dem Bike ziemlich schnell einstellt: Nicht nur das Ziel zählt, sondern vor allem alles, was unterwegs passiert. Die Tour führt hinunter ins Wendeltreppental und weiter am Bach entlang Richtung Rinderstall. Mal rollt das Bike beinahe von allein, mal wird wieder ordentlich getreten. 

Und zwischendurch lohnt es sich, nicht permanent auf den Trail vor dem Vorderrad zu starren. Denn genau diese Abschnitte sind es, für die man hier unterwegs ist: Wasser zwischen den Steinen, Farne und Gräser am Wegesrand, offene Waldflächen und immer wieder neue Blicke auf den Harz.

 

➤➤➤ INFO​: Die Strecke führt an einem der klassischen Ausflugsziele zwischen Sankt Andreasberg und Braunlage vorbei: Die Waldgaststätte Rinderstall liegt autofrei mitten im Grünen, wer aus der geplanten Tagestour lieber eine Genussrunde macht, könnte theoretisch bereits hier die erste Pause einlegen.

„ … und schwupps, war ich infiziert.“ 


„Die Natur hat mich einfach fasziniert. Sie ist so facettenreich und obwohl ich schon viel im Harz unterwegs war, entdecke ich immer wieder etwas Neues, erzählt Nadine. Zum Mountainbiken selbst ist sie übrigens eher zufällig gekommen. „Eigentlich hatte ich mir ein Fitnessbike gekauft. Bei der ersten längeren Tour hatte ich direkt einen Platten und war  frustriert“, sagt sie. 

Über eine neue Bekanntschaft bekam sie schließlich den Tipp, es doch mal mit einem Mountainbike zu versuchen. Gesagt, getan und dann ging es ziemlich schnell: „Ich habe mir eins gekauft und schwupps, war ich infiziert.“ 

Durchatmen und den Harz wirken lassen: Nadine genießt eine kleine Auszeit.

Kleiner Umweg, großer Blick: zu den Hahnenkleeklippen im Harz

 

Für einen Aussichtspunkt darf man auch mal ein paar zusätzliche Höhenmeter in Kauf nehmen. Also folgt ein Abstecher zu den Hahnenkleeklippen. Bike kurz abstellen, Beine ausschütteln und schauen. Gerade diese kleinen Abstecher machen eine Mountainbike-Tour durch den Harz spannend. Man fährt nicht einfach möglichst schnell von A nach B, sondern sammelt unterwegs Orte ein: einen Bach, eine Klippe, einen Aussichtspunkt, einen Platz, an dem plötzlich alle für fünf Minuten schweigen, weil der Blick alle in seinen Bann zieht.
 

Bei klarer Sicht öffnet sich hier der Harz vor einem, perfekter Moment für die erste längere Pause und natürlich für ein Gruppenfoto.

 

Bei klarer Sicht öffnet sich hier der Harz vor einem, perfekter Moment für die erste längere Pause und natürlich für ein Gruppenfoto.

Hochsommer am Silberteich in Braunlage und dann erstmal ein Eis essen

 

Danach geht es weiter Richtung Braunlage, vorbei am Silberteich. Gerade im Hochsommer lohnt es sich hier, das Tempo ein bisschen rauszunehmen. Rund um das Wasser wechseln sich Wald, offene Flächen, hohe Gräser und blühende Pflanzen ab und machen die Landschaft besonders abwechslungsreich.

➤➤➤ TIPP: Der Silberteich gehört zu den bekannten Naturzielen rund um Braunlage und liegt am Naturmythenpfad (der für Kids besonders spannend ist). 

Irgendwann tauchen die ersten Häuser auf und aus Waldwegen werden Straßen. Braunlage! Damit ist eine entscheidende Frage des Tages geklärt: Wo gibt es Eis? Die Antwort muss gar nicht kompliziert sein. Bikes abstellen, in der Innenstadt eine Eisdiele suchen und erst einmal ein ordentliches Eis bestellen.

➤➤➤ INFO: Wer eine konkrete Adresse braucht, findet beispielsweise das Eiscafé Venezia oder das Eiscafé Anders in der Herzog-Wilhelm-Straße.

Nach Kilometern und Höhenmetern schmeckt eine Kugel Eis schließlich ungefähr doppelt so gut wie sonst. Wissenschaftlich nicht belegt, aber innerhalb einer MTB-Gruppe vermutlich mehrheitsfähig. 

Bevor es zurückgeht, gibt’s noch einen kleinen Schlenker zum Von-Langen-Denkmal. Hier lohnt es sich erneut, die Räder für ein paar Minuten stehen zu lassen und den Blick über Braunlage schweifen zu lassen.

Finale am Matthias-Schmidt-Berg: Bikepark Sankt Andreasberg „MSB-X-TRAIL“

 

Zurück in Sankt Andreasberg? Ja. Feierabend? Noch lange nicht.

Nun geht's endlich zum Matthias-Schmidt-Berg und damit noch einmal richtig aufs Bike. Im MSB-X-TRAIL warten rund zwölf Kilometer Strecken in verschiedenen Schwierigkeitsgraden: entspannte Singletrails und Freeride-Strecken für Einsteiger, technischere Passagen für Fortgeschrittene und Downhill-Strecken für alle, die es etwas knackiger mögen. Auch mit Kids lohnt sich der Abstecher, denn es gibt sogar einen eigenen Kids-Trail. Und das Beste: Nach der Abfahrt bringt euch der Lift ganz bequem wieder nach oben.

„Dass man hier von allem etwas hat, mag ich besonders“, erzählt Nadine. „Ich kann jede Runde neu entscheiden: Habe ich gerade richtig Bock auf Sprünge und Steinfelder? Oder brauche ich kurz eine entspanntere Runde und fahre einen Flowtrail? Genau diese Abwechslung finde ich am Bikepark total genial.“

 

Und welches Bild bleibt am Ende hängen? Für Nadine ist es kein Aussichtspunkt und kein Trail, sondern der letzte gemeinsame Moment: „Das letzte High Five. Dieses Verabschieden von einem richtig guten Tag – gemeinsam, aber trotzdem jeder als Teil der Gruppe.“

Drei Worte für den Tag hat Nadine uns auch noch dagelassen: 
Bikepark. Bergluft. Big Smile.

 

Fotos/Beitrag: Paul Masukowitz / Daria Brabanski