---
title: "Noch lange nicht Schicht im Schacht"
url: "https://www.braunlage.de/geschichten-aus-braunlage/noch-lange-nicht-schicht-im-schacht"
language: "de"
breadcrumb: "Root > Braunlage - Das Herz im Harz > Geschichten aus Braunlage > Noch lange nicht Schicht im Schacht"
---

Grube Samson: Rund hundert Jahren grüner Strom

Noch lange nicht Schicht im Schacht

***Nachhaltigkeit Made in Harz – Energiegewinnung** mit **Sonnen- und Windkraft** gilt angesichts der sich verschärfenden Klimakrise als Lösung für die Zukunft. Die Umstellung auf **erneuerbare Ressourcen** wird vielerorts geplant. Die Harzer **Bergstadt St. Andreasberg** macht es vor – und zwar seit fast einhundert Jahren.* 

Nicht mit **Sonnenkollektoren** oder großen Windparks sondern mit Wasserturbinen im Berg wird **seit dem Jahr 1923 Strom für 80 bis 90 Prozent der St. Andreasberger Haushalte** gewonnen. Und auch der Standort der Turbinen zeugt von nachhaltigem Denken. Untergebracht sind zwei dieser **Wasserkraftwerke im Schacht** des **Bergwerks Grube Samson**. Dort wurden vom Anfang des 16. Jahrhunderts **bis ins Jahr 1910 silberhaltige und andere Erze gewonne**n. Auch für Mineralien ist die **Grube** ein weltberühmter Fundort.

 

Einer der Leiter der Grube Samson -Christian Barsch

*Die Kraft des Wassers (Grube Samson 1954)*

Schon früh machten sich die **Bergleute** die **Kraft des Wassers** zunutze. Über den **Rehberger Graben** wurde es vom künstlich angelegten **Oderteich**, die beide wie die **Grube Samson** heute Teil des **UNESCO-Welterbes Rammelsberg,** **Altstadt Goslar** und **Oberharzer Wasserwirtschaft** sind, bis in das **Bergwerk** geleitet. Dort wurden dann mit seiner Kraft sogenannte **Kunst- und Kehrräder** in Bewegung gesetzt. Sie trieben **Wasserpumpen** an und das gewonnene Erz wurde mit ihrer Hilfe an die Oberfläche transportiert.

 

Besucherbergwerk Grube Samson

 

**Neun und zwölf Meter messen die hölzernen Räder**

**Seit 1951** gibt es in der **Grube Samson** ein **Bergwerksmuseum** in dem Besucherinnen und Besucher **zwei solcher Wasserräder** erleben können. Beeindruckend ist ihre Größe: Neun und zwölf Meter messen die **hölzernen Räder**, von denen eines noch **aus dem Jahr 1819** stammt. Zudem ist die Grube Samson mit ihren obertägigen Gebäuden und ihrer Ausrüstung **das letzte im Original erhaltene Bergwerksemsemble** des historischen **Oberharzer Erzbergbaus**. Ein Geheimtipp: Das angeschlossene **Harzer-Roller-Museum** - das weltweit einzige **Kanarienvogelmuseum**.

 

Auch Schulklassen können die Grube Samson bei einem Tagesausflug entdecken. Einfach anmelden und los geht’s.

 

**Mit eigner Muskelkraft über lange Leitern aus dem Bergwerk steigen**

Eine **Harzer Erfindung,** die im **Bergwerksmuseum** Grube Samson noch im **Original aus dem Jahr 1837** zu bestaunen ist, ist die sogenannte Fahrkunst. **Eine Fahrkunst ist eine Art Aufzug:** Dabei fahren an langen **Holzbalken** oder **Drahtseilen** befestigte Trittbrettern in ständigem Wechsel nebeneinander auf und ab. Um nach oben oder unten befördert zu werden, muss der **Passagier auf den Trittbrettern hin- und hersteigen**, wenn diese sich begegnen.

Eine **nicht ungefährliche Situation**, denn es gibt heute wie **damals keine Sicherung**. Doch den **Bergleuten** brachte die Fahrkunst **große Erleichterung**. Sie mussten nun **nicht mehr mit eigner Muskelkraft** über lange Leitern aus dem Bergwerk steigen. Dank der Fahrkunst konnte außerdem tiefer gegraben werden, wodurch die **Grube Samson das ehemals tiefste Bergwerk der Welt** wurde.

*Fotos/Beitrag: Tobias Brabanski/ Julian Belz*

 

 

- 
- 
- 
-